1. FSV Mainz 05: Kein Ausweg aus der Krise?

Jan-Moritz Lichte
Hat noch viel Arbeit vor sich: Jan-Moritz Lichte.
Foto: imago images / Martin Hoffmann
09.10.2020 - 07:52 | von Johannes Ketterl

Nur dem FC Schalke 04, der eine noch schlechtere Tordifferenz aufweist, hat es der 1. FSV Mainz 05 zu verdanken, die erste Länderspielpause der Saison nicht auf dem letzten Tabellenplatz verbringen zu müssen. Nichtsdestotrotz herrscht in Mainz nach drei Niederlagen mit 2:11-Toren natürlich Alarmstimmung, zumal der jüngste Auftritt beim 1. FC Union Berlin (0:4) im ersten Spiel nach dem Trainerwechsel von Achim Beierlorzer zu Jan-Moritz Lichte alles andere als ein Mutmacher war.

Für neue Beunruhigung sorgte nun auch das Testspiel am gestrigen Donnerstag gegen den Karlsruher SC. Gegen das Schlusslicht der 2. Bundesliga, das nach drei Runden nicht nur punkt-, sondern auch noch torlos ist, verloren die 05er im Bruchwegstadion mit 2:4.

Zwar stand der kurzfristig verpflichtete Kevin Stöger, der mit seiner Laufstärke und Übersicht dennoch schon zeitnah das Mittelfeld verstärken soll, noch nicht mit seinen neuen Kollegen auf dem Feld, doch ansonsten war die Mainzer Mannschaft unter anderem mit Moussa Niakhaté, Jean-Paul Boetius und Jean-Philippe Mateta, die bis kurz vor Transferschluss alle noch als potentielle Kandidaten für einen millionenschweren Transfer galten, durchaus prominent besetzt.

Lichte vermisst die nötige Konzentration

Grundsätzliche Vorwürfe wollte Coach Lichte seinen Schützlingen nach der Pleite, für die zu einem nicht geringen Anteil eine sehr anfällige Hintermannschaft verantwortlich war, indes nicht machen. "Die Jungs wollen, sie arbeiten intensiv auf dem Trainingsplatz", hebt Lichte in "Bild" den vorhandenen Willen hervor, vermisst aber zugleich die nötige Konzentration über die gesamte Spielzeit: "Wir kriegen's nicht über 90 Minuten hin. Da sind zu viele Fehler, durch die der Gegner dann zu hundertprozentigen Torchancen kommt."

Klar ist, dass die Probleme schleunigst abgestellt werden müssen, soll es in den anstehenden Heimspielen gegen Bayer Leverkusen und Borussia Mönchengladbach nicht die nächsten Niederlagen setzen. Denn tritt dieser Fall ein, würden die Zweifel, dass Lichte die passende Dauerlösung ist, kaum geringer.